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SIG P 210-4

Allgemeines zur SIG P210

Die SIG – Pistole P210 ist ein mechanisch verriegelter

RĂŒckstosslader. Nach jedem Schuss wird automatisch nachgeladen, bis das Magazin leer ist. Nach dem letzten Schuss bleibt der Verschluss in geöffneter Stellung stehen.

Bedeutung der Bezeichnungen:

Pistole P 210-1

Mit RiemenbĂŒgel, geschlichteter OberflĂ€che, Holzgriffschalen, Kaliber 9mm oder 7,65 mm Para. Oder .22 long rifle mit kurzem Lauf 120mm.

Pistole P 210-2

Wie P 210-1, jedoch mit sandgestrahlter OberflÀche und Pressstoffgriffschalen, nur Kaliber 9mm oder 7,65 Para.

Sportpistole P 210-5

Mit langem Lauf 150mm, Mikrometervisier, Spezialkorn, regulierbarem Abzugstopp, Riffelungen an der vorderen Seite des GriffstĂŒckes, sandgestrahlte OberflĂ€che, Pressstoffgriffschalen, Kaliber 9mm oder 7,65 Para.

Sportpistole P 210-6

Wie P 210-5, jedoch mit kurzem Lauf 120mm, Kaliber 9mm oder 7,65 Para.

Pistole SIG P210 “Frankonia Jagd”

Im Jahre 1995 bestelle die Firma Frankonia Jagd eine Neuauflage  von 500 Waffen mit der Waffennummer D6001 bis D 6500 bei SIG. Die Pistolen haben einen 9mm Para Lauf, Ladeanzeiger und keinen RiemenbĂŒgel.

Die Entwicklung der SIG 210 orientierte sich bei der Konstruktion weitgehend an der französischen Pistole Petter Modell 1935 A im Kaliber 7,65 . Diese Pistole wurde auch in der deutschen Wehrmacht eingesetzt..
Die ersten Modelle der SIG 210 entstanden 1944 und 1948. Die P210 wurde unter der Bezeichnung Ordonnanzpistole Modell 49  in die Schweizer Armee eingefĂŒhrt.

Die SIG 210 spielte auch in der Geschichte des BGS eine bedeutende Rolle.
Im GrĂŒndungsjahr des  BGS im Jahre 1951 stellte die Frage nach einer geeigneten Bewaffnung.
Unter dem Eindruck der VerhĂ€ltnisse im frĂŒhen Nachkriegsdeutschland mutet es fast schon ĂŒberheblich an, dass man sich dabei ausgerechnet fĂŒr das absolute Spitzenmodell einer MilitĂ€rpistole entschied, denn immerhin betrug der Anschaffungspreis 1951 etwa 185,- Sfr. inklusive Ersatzmagazin. Zu diesem Zeitpunkt kostete ein Brötchen 4 -5 Pfennige!
Nach den WĂŒnschen des BGS leicht modifiziert wurden zunĂ€chst 5000 Pistolen des nunmehr als SIG 210 / 4 bezeichneten Modells geordert. Durch die bescheidenen ÄnderungswĂŒnsche der Deutschen fiel der FangriemenbĂŒgel weg und die Pistolen erhielten eine Ladeanzeige.
Beim BGS wurde diese Pistole unter der Bezeichnung Selbstladepistole SIG 9 mm gefĂŒhrt, kurz SP SIG 9 mm.
Nach Doebli, Die SIG-Pistolen , wurden folgende Lieferungen an den BGS registriert:

Waffen – Nr. D 0001 – D 4210 , vom 18.6.1951 ab in mehreren Chargen
 Waffen – Nr. D 4211 – D 5000 , vom 14.12.1951 ab in mehreren Chargen
 Waffen – Nr. D 5000 – D 5020 , am 3.2.1955

FĂŒr diese Waffen wurde von der Schweizer Industrie Gesellschaft ( SIG ) eine eigene Seriennummerierung beginnend mit dem Buchstaben „ D „ gebildet.
 Der Verschluss und GriffstĂŒck sind sandgestrahlt, die Kunsstoffgriffschalen sind schwarz, auf dem Schlitten befindet sich in Form einer kleinen Wippe der Ladeanzeiger fĂŒr „ Patrone im Lauf „. Abgenommen wurde die Waffe mit einem kleinen BMI- Stempel.
 Es hat bei dieser BGS- Pistole keine Varianten gegeben, so dass alle Pistolen in der AusfĂŒhrung absolut identisch sind.
 Um beim BGS die Munitionskosten möglichst niedrig halten zu können, wurden zusĂ€tzlich genau 443 Wechselsysteme im Kaliber 22 lfB zum StĂŒckpreis von jeweils 123,- Sfr. angeschafft.
 Mit der GrĂŒndung der Bundeswehr wurden auch grĂ¶ĂŸere Einheiten des BGS mit ĂŒbernommen, wodurch die SIG 210 / 4 auch in die BestĂ€nde der Bundeswehr geriet. Dort wurde diese Waffe unter anderem von den FeldjĂ€gern gefĂŒhrt.
 Sie wurde dort in der Anfangsphase als „ Pistole Neuhausen „, nach dem Fertigungsort, bezeichnet und erhielt spĂ€ter die Bezeichnung P2 .
 Dienstlich wurde die Pistole bei der Bundeswehr bereits mit EinfĂŒhrung der Walther P38 / P1 abgelöst, beim BGS erst Ende der siebziger Jahre.
 Eigentlich merkwĂŒrdig ist die Tatsache, dass man mit der Kriegspistole P38 eigentlich schon 1951 eine Waffe mit zeitgemĂ€ĂŸer Technik ( DA- Abzugssystem ) aus den alliierten Beutearsenalen hĂ€tte beziehen können, und das sicherlich auch kostengĂŒnstiger. Aber Dank der damaligen BeschlĂŒsse hat der BGS und die Bundeswehr fĂŒr einen gewissen Zeitraum diese „ Luxuspistole“ in seinen BestĂ€nden gehabt.
Die schwarzen Pistolentaschen zur SIG sind leicht mit den zeitgenössischen Taschen fĂŒr die Astra 600/43 zu verwechseln und entstammen einer deutschen Produktion . ( Die Oberkante der Astra-Tasche fĂ€llt leicht schrĂ€g nach hinten ab, die der SIG ist waagerecht geschnitten ).
 Es hat aber auch fĂŒr Offiziere eine braune AusfĂŒhrung gegeben. Die Taschen sind alle innerhalb der Klappe mit einem BMI-Stempel gemarkt. Einige tragen zusĂ€tzlich einen „Geco“ – Stempel, oder wie im vorliegenden Fall einen blauen Gummistempel des Herstellers.

Die SIG 210 / 4 ist heute ein gesuchtes SammlerstĂŒck, das kaum unter 1200,- € zu bekommen ist.
 Das dargestellte StĂŒck ist eine absolute RaritĂ€t, da Waffe und Wechselsystem nummerngleich sind, was so bisher nur wenige Male nachgewiesen ist.

Quelle: Danke an Friedrich MĂŒller

Bestempelung  
„BMDV1“ auf dem Schlitten li. (210). Dieser Stempel ist kein Beschusszeichen. Er ist lediglich ein QualitĂ€ts- und Inventarisierungskennzeichen des damaligen „Ministerium Daten und Vermögensfragen“ (VorlĂ€ufer BMI), welches die Waffen zu „vereinnahmen“ hatte. Der BGS machte in Eigenregie eine Art „Beschuss (BeschussĂ€mter gab es noch nicht wieder) “ – in Form einer „Funktions- und TrefferbildĂŒberprĂŒfung“ – mit ganz normaler 9x19mm Munition (teilweise sogar noch mit der „Patrone 08“). Aus KostengrĂŒnden hatte man die „Berner Probe“ (umgedrehtes B mit P dran; = schweizerischer Beschuss mit ca. 1/3 Überladung) nicht mitbestellt. Man ging wohlweislich beim MBDV davon aus, dass die SIG auch ohne Überladungsbeschuss einwandfrei fertigen wĂŒrde – und damit voll BGS-tauglich seien.

Die 210-er Taschen haben alle den Stempel „BMDV2„. (Es muss demzufolge also mindestens zwei unterscheiedliche â€žAbnahmeabteilungen- oder Stellen “ gegeben haben 
)  Die PrĂ€gung ist innen, unterhalb der Ringnaht des Schließriemens – und erst bei ganz genauem Hinsehen zu entdecken. Meines Wissens wurden die 210-er BGS-Taschen von GECO (bzw. deren Zulieferern) hergestellt. (Hatte vor geraumer Zeit das GlĂŒck, zusammen mit einer praktisch wertlosen anderen Tasche bei ebay aus Österreich die gleiche braune BGS-Tasche zu bekommen. Auch diese hatte diesen BMDV2-Stempel).

Der „BMI„-Stempel auf der Wurzel des AbzugbĂŒgels kam erst viel spĂ€ter auf die ‚210‘, als diese im Rahmen der generellen BGS-UmrĂŒstung auf die P6 (HK P225) weggegeben wurden – zusĂ€tzlich mit neuem Erlass von 1980, alle Waffen im GeschĂ€ftsbereich nun mit „BMI“ zu stempeln. ‚210‘ ohne diesen Stempel haben den BGS bereits vor 1979 verlassen! (Meine 210-4 hat diesen Stempel auch nicht; weil der Oberst bereits vorher schon in Pension gegangen war und seine (eigens erworbene Waffe!) mitnahm. (Bis zum 1. „bundes-republikanischen“ Waffengesetz von 1972 war es möglich, dass z. B. Offiziere in Polizei, BGS und Bw ĂŒber die jeweiligen Beschaffungsstellen – zum Behördenpreis!) ihre Dienstwaffe „privat“ kauften konnten und dann „dienstlich“ fĂŒhrten). Und der „Pensionist“ konnte dann auch seine privat erworbende Waffe spĂ€ter mitnehmen. Also eine Regelung Ă€hnlich wie in der Schweiz, die dort bis heute so gilt 


Quelle: Danke an  R. Eichner

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